Hausgeburt- eine sichere Entscheidung đŸ€°đŸŒ

In meinem Umfeld wird grĂ¶ĂŸtenteils außerklinisch geboren (Danke Großstadthippie-Bubble!). Nur vereinzelt begegnen mir Erstaunen & die Aussage, das sei aber 'mutig'. Doch mit Mut hat eine Hausgeburt wenig zu tun, viel mehr damit, sich nicht in fremde HĂ€nde zu geben, Verantwortung zu ĂŒbernehmen.


Wieso eine Hausgeburt?


Wieso ich nach meiner letzten wunderschönen, geborgenen, verletzungs- und fast schmerzfreien Geburt im Geburtshaus diesmal eine Hausgeburt anstrebe, hat außer unserem Umzug aus Land (eine Stunde Fahrzeit zum Geburtshaus) und dem BedĂŒrfnis, mich ohne Zimmernachbarin im eigenen Bett ausruhen zu können mehrere GrĂŒnde. Der wichtigste:

Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft ist eine Hausgeburt ebenso sicher wie die Entbindung im Krankenhaus, was die Komplikationen wÀhrend der Geburt betrifft! Einige Studien berichten sogar von einer höheren Sicherheit.

Langfristige Folgen von Interventionen wÀhrend der Geburt

Die möglichen Folgen von Interventionen aller Art fĂŒr Mutter & Kind sehe ich jeden Tag bei meiner Arbeit in Therapie & Beratung von Kindern, Jugendlichen und jungen Familien. Diese Folgen werden in der Fachliteratur in verschiedene Altersklassen eingeteilt, die Geburt beeinflusst also die ganze Kindheit, nicht nur die Babyzeit (wie z.B. das klassische Schreibaby).


☆ Die Voraussetzungen in der Klinik erschweren die Geburt - sie kann dadurch schmerzhafter sein und zu mehr Geburts-verletzungen fĂŒhren. Durch den Ortswechsel, die ungewohnte Umgebung, Schichtwechsel, keine 1:1 Betreuung, weniger mögliche Geburtspositionen, den Zeitdruck und das Klinikprotokoll wird mehr Adrenalin ausgeschĂŒttet, der Körper ist angespannter und sammelt das Blut in Armen & Beinen (Fluchtreflex), statt in der GebĂ€rmutter. Das fĂŒhrt zu mehr Geburtsschmerzen und weniger Sauerstoff beim Kind, schlechteren Herztönen oder auch zu einem Geburtsstillstand. Oft folgen deshalb weitere Interventionen (PDA, Wehentropf, Kaiserschnitt), statt der GebĂ€renden die Entspannung zu geben, die sie fĂŒr eine schmerzfreie Geburt braucht.

Es ist die Entwicklung der Beziehung zwischen Mutter und Kind, die den zentralsten und wichtigsten Prozess bei der Mutterwerdung darstellt: Bereits vor der Geburt des Kindes beginnt die werdende Mutter, eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen – ein Prozess, der als maternales Bonding bezeichnet wird und sich nach der Geburt weiter fortsetzt. 
Baby trinkt an der Brust der Mutter

☆ Auch das postpartale Bonding ist in der

Klinik erschwert. Vor allem die Medikamentengabe wĂ€hrend und die Verabreichung von synthetischem Oxytocin nach der Geburt (in der Klinik Routine und meist ungefragt sowie ohne weitere Informationen intravenös verabreicht, um die Plazentaablösung zu beschleunigen) haben zahlreichen Studien zur Folge langfristige Auswirkungen auf Mutter & Baby. Da auf diese Art die Oxytocinrezeptoren dauerhaft blockiert werden und so die natĂŒrliche HormonausschĂŒttung stark gehemmt ist, kann sich das empfindliche Hormon-gleichgewicht nicht selbst ausbalancieren, woraus sich oft Probleme bis weit ĂŒber das Wochenbett hinaus ergeben. Dazu zĂ€hlen unter anderem verstĂ€rkter Babyblues bis hin zur Wochenbettdepression, beeintrĂ€chtigte Mutter-Kind-Bindung, Anpassungsstörungen (z.B. das 'Schreibaby'), Probleme beim Stillen bzw. frĂŒheres Abstillen sowie psychische Erkrankungen im Jugendalter.


Wegen all dieser GrĂŒnde und noch vielen mehr, ist fĂŒr mich eine Hausgeburt nicht Mut, sondern Eigenverantwortung. Verantwortung dafĂŒr, wie meine Kinder geboren werden. Verantwortung fĂŒr mich selbst, das Kind, den Prozess der Geburt und den bestmöglichen Start ins Leben, den ich meinem Kind bieten möchte. Die erste große Verantwortung, die man als Mama fĂŒr sein Kind ĂŒbernimmt und die ich nicht einfach an andere abgeben will.
 

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